Wirbelsäule und Zähne

Besonderes Augenmerk richten wir während der Diagnostik und der Therapie auf die Wechselbeziehung zwischen Okklusion (Zusammenbiss der Zähne) und der Wirbelsäule, wobei großes Gewicht auf der Beziehung zwischen Okklusion und Becken liegt. Das Becken dient der Grobeinstellung, die Zähne der Feineinstellung der Wirbelsäule.

In diesem Konzept ist uns die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Orthopäden, Physiotherapeuten oder speziell in osteopathischen und craniosacralen Techniken ausgebildeten Therapeuten besonders wichtig.

Aufbissschienen

Funktionsstörungen und Funktionserkrankungen im cranio­mandibulären System (Kauapparat) werden hauptsächlich mit Aufbissschienen therapiert. Sie sind sowohl in der Initialen Therapiephase als auch in der Kausaltherapie als nicht invasive Mittel zur Behandlung anzusehen und tragen je nach Art und Ursache der Erkrankung in einem Prozentsatz von 50 - 80 % zur Beschwerde- bzw. Symptomfreiheit bei.

Selbst wenn die Primärdiagnose durch andere Symptome überlagert oder falsch gestellt wurde, ermöglicht es eine Aufbissschiene jederzeit, durch Änderung der okklusalen Kontakte das Therapieziel zu korrigieren. Bei den vom Patienten beschriebenen Hauptsymptomen ist der Angriffsort von zahnärztlicher Seite immer die Aufhebung der bestehenden Okklusion.

Das Ziel ist die Änderung der Muskel- und Gelenkfunktion und damit eine Neueinstellung und Harmonisierung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Diese Umstellung der Kieferrelation hat auch das Ziel, neuromuskulär positiv auf Haltungs- und Verhaltungsstörungen zu wirken.

Die Initialbehandlung besteht in der Herstellung einer provisorischen Schiene zur Schmerzlinderung und zur Desorientierung des Muskel-/ Gelenk-Systems als etwa 4- bis 6-wöchige Interimslösung zur Unterstützung der begleitend notwendigen physiotherapeutischen Behandlung. Wirkt sich diese Schiene positiv auf das Kiefergelenk und die übrigen beteiligten Strukturen des Bewegungsapparates aus, kann anschließend eine COPA-Schiene hergestellt und eingesetzt werden. Wichtiger Bestandteil der Diagnostik vor Anfertigung der COPA Schiene ist eine detaillierte klinische und instrumentelle Funktionsanalyse unter Berücksichtigung der Kopfgelenke und des Beckens.

Die Diagnostik und Therapie der Cranio - mandibulären Dysfunktionen (CMD) wird in unserer Praxis nach dem COPA Konzept durchgeführt

COPA KONZEPT

  • Ein umfassendes Beratungs- und Aufklärungsgespräch mit visueller Haltungsanalyse
  • Die klinische und instrumentelle Funktionsanalyse des Kauorgans
  • Die Herstellung einer Entspannungsschiene
  • Die Testung der korrekten Positionierung der Kiefergelenkköpfe in der Schädelbasis mittels Applied Kinesiologischer Muskeltestung
  • Die Meridian -Diagnostik zum Aufspüren von Energiedefiziten
  • Eine professionelle Haltungsanalyse
  • Die Verschlüsselung der Okklusion nach Entspannung der Kaumuskulatur durch Transkutane Nervenstimulation (TENS-Myomonitor)

Anhand der im Rahmen dieser umfassenden Diagnostik erhobenen Daten wird dann im Labor Ihre individuelle COPA - Langzeitschiene aus PEEK gefertigt. Selbstverständlich werden die Materialien bei unserem Patientenklientel auf Materialverträglichkeit getestet (labordiagnostisch und/oder bioenergetisch)..

Zähnepressen und/oder Knirschen unter dem heute allgegenwärtigen Stress, fehlkonturierte Füllungen, falsch dimensionierter Zahnersatz, fehlende Zähne etc. sind weitere Faktoren, die ursächlich für eine Fehlfunktion sein können.

Ist die Funktion des Kauorgans aber nicht einwandfrei aufeinander abgestimmt, so können alle Bestandteile entsprechende Veränderungen oder übermäßige Abnutzungserscheinungen aufweisen.

Normalerweise zeigt zunächst die am Kauvorgang beteiligte Muskulatur Zeichen der Überlastung, indem sie druckempfindlich wird und an Volumen zunehmen kann. Von diesen überlasteten Muskeln (Kopf-, Hals- und Schultermuskulatur) können Schmerzen in den bekannten Kopfschmerzregionen sogar bis hin zu migräneartigen Anfällen verursacht werden, die selbst von Fachleuten häufig nicht richtig diagnostiziert und therapiert werden.

Nach einer gewissen Zeit der Fehlbelastung zeigt dann häufig auch das Kiefergelenk Überlastungserscheinungen, indem es zunächst gelegentlich und dann immer häufiger bei Unterkieferbewegungen besonders beim Kauen zu einem Knacken oder sogar Reiben von unterschiedlicher Intensität kommt.

Die Fehlfunktion der Kiefergelenke ist zu Anfang meistens nicht schmerzhaft; nach jahrelanger Kiefergelenkfunktion sind dann aber Beschwerden sehr wahrscheinlich. Diese können von Schmerzen bis zur eingeschränkten Mundöffnung reichen. Nicht zuletzt können diese Fehlfunktionen auch zu ausstrahlenden Gesichtsschmerzen führen.

Das die Zähne als Zeichen der übermäßigen Beanspruchung häufig Schliffflächen aufweisen, ist bei der Schwere der anderen Krankheitsfolgen beinahe zu vernachlässigen. Wesentlich bedeutender ist folgende Tatsache:

Da die gesamte Muskulatur des Körpers ein über Nerven verbundenes System darstellt, muss die Problematik einer falschen Kieferfunktion ganzheitlich betrachtet werden; Fehlbelastungen einzelner Muskeln des Kauorgans führen auch zu einer chronisch gesteigerten Aktivität von anderen, entfernter liegenden Muskeln.

Diese chronische Dauerüberlastung kann in den betroffenen, von der ursprünglichen Ursache oftmals weit entfernten Muskeln, Fehlhaltungen und ggf. Schmerzen auslösen, wobei dann leider in den seltesten Fällen der Zusammenhang mit der Kieferfunktion erkannt wird.

Auch eine ungünstige Kopfhaltung, zumeist eine Vorhaltung, bringt dieses System ins Wanken, da die Nackenmuskulatur dann oft eine verstärkte Haltearbeit zu leisten hat. Zusätzlich wird durch eine solche Kopfhaltung beim wachsenden Menschen das Wachstum des Unterkiefers erschwert- so dass bei einer kieferorthopädischen Behandlung besonders auch auf die Kopfhaltung des Patienten zu achten ist. Wichtig ist also ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Muskulatur, Gelenken und den Stützknochen. Folgen einer

Disharmonie können sein:

1. Chronische Rücken-, Nacken- und Kniebeschwerden mit der Bildung einer

Wirbelsäulenskoliose und scheinbarer Beinlängendifferenz

2. Chronische Kopfschmerzen bis hin zu migräneartigen Anfällen

3. Chronische Ohrgeräusche (Tinnitus)

4. Bandscheibenproblemen und Hexenschuss

5. Hohlkreuz

6. Lernstörungen, Konzentrationsstörungen, Überaktivität ( besonders bei Kindern)

Posturale Distorsion

Ist das Gleichgewicht erst einmal gestört, so hat das nicht nur schwerwiegende Folgen für die direkten Bestandteile des Kauapparates, sondern es kommt in jedem Fall zu einer negativen Beeinflussung der Körperhaltung und damit der Körpermuskulatur im Sinne einer Überbeanspruchung. Hierdurch kann es zu einer muskulär bedingten seitlichen

Verbiegung der Wirbelsäule (posturale Distorsion) kommen.

In der Folge kommt es zu einem Beckenschiefstand mit einer scheinbaren Beinlängendifferenz, die aber nicht durch tatsächlich unterschiedliche Knochenlängen begründet ist. sondern durch muskulär bedingte Abweichungen der Beckenhaltung, die möglicherweise durch eine Lageabweichung des Unterkiefers verursacht wird.

Es ist klar, dass nur in Fällen mit tatsächlich unterschiedlichen Knochenlängen eine Schuherhöhung angezeigt ist, was nur bei 10% der Patienten mit Beinlängendifferenzen der Fall ist. In anderen Fällen ist es sicherlich ratsamer, die Unterkieferposition zu verbessern.

Durch diese komplizierten Zusammenhänge können die oben genannten Erkrankungen entstehen, die lange zeit nicht ursächlich mit dem Kauorgan in Verbindung gebracht wurden.

Die Entstehung dieser Krankheiten ist in vielen Fällen durch kieferorthopädische oder prothetische Maßnahmen zu verhindern oder bei bestehender Krankheit ursächlich heilbar.

Krankengymnastik und allgemeine zahnärztliche Behandlungen werden von den meisten Krankenkassen übernommen. Ein Teil der zahnärztlichen und kieferorthopädischen Therapie wird von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen und muss privat in Rechnung gestellt werden