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Titanstimulationstest

Titanunverträglichkeit

Der Titanstimulationstest erfasst die Zytokinreaktion der Gewebemakrophagen nach Kontakt mit Titanoxid.

Der Titan-Stimulationstest wurde für diese Fragestellung entwickelt und validiert (Dörner T et al. 2006). Bei diesem Vollblutstimulationstest wird untersucht, ob die Monozyten/Makrophagen des Patienten nach Kontakt mit Titanpartikeln mit einer gesteigerten Entzündungsantwort reagieren.

Diese ist erkennbar an einer erhöhten Freisetzung der beiden proentzündlichen Schlüsselzytokine TNFα und/oder IL1β. Bei Patienten mit positiven Befunden ist eine verzögerte oder gestörte Einheilung von Titanimplantaten dadurch zu erklären, dass auch die Makrophagen im Implantationsgebiet auf frei werdende Titanpartikel hyperaktiv reagieren und primär eine lokale, später auch eine systemische Entzündung induzieren.

Die klassische Titanunverträglichkeit ist aber keine Allergie, sondern Folge einer gesteigerten Entzündung. Implantate induzieren oft unerwünschte Entzündungserscheinungen, die nicht selten zu fehlenden lokalen knöchernen Integration (Periimplantitis) oder auch zu systemischen Immunprozessen führen.

Die häufigste Ursache der Titan – Sensibilisierung ist die überschießende proinflammatorische Reaktivität der Immunzellen, die bei einigen Patienten nach Kontakt mit Titanpartikeln auftritt.

Dies beruht nicht auf der Anwesenheit Titanspezifischer Lymphozyten (daher zeigt der LTT oft negative Ergebnisse) sondern auf einer erhöhten
Entzündungsbereitschaft unspezifischer Immunzellen (Gewebemakrophagen,Monozyten) nach Kontakt mit Titanpartikeln.

Es ist bekannt, dass derartige Partikel (Durchmesser 1-10 μm) immer in die Umgebung von Implantaten abgeben werden und nach Aufnahme durch
Gewebemakrophagen bei entsprechender hyperinflammatorischer Disposition eine Entzündung verursachen können.

Benötigtes Probenmaterial

Titanstimulationstest: 10 ml Heparinblut
Genetische Entzündungsneigung: 2 ml EDTA-Blut oder 2 Mundschleimhautabstriche
LTT: 20 ml Heparin- und 10 ml Vollblut

Quelle: Dr. Volker von Baehr, Institut IMD Berlin